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AUSGEBRANNT: DAS BURNOUT SYNDROM

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Es scheint, als sei dagegen kein Kraut gewachsen: Burnout. So heißt die „unsichtbare Gefahr“, die den Glanz unserer schnelllebigen Zeit trübt und so manchen Erfolg überschattet. Scheinbar kann die „Seuche der Tüchtigen“ jeden mit voller Wucht treffen und lahmlegen. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes - ungeachtet des Alters, des Status und der Herkunft. Alarmierende Fakten, wertvolle Denkanstöße und hilfreiche Informationen zu diesem „brennenden Thema“ liefert der heutige Beitrag.

Burnout – die neue Volkskrankheit

Eine APA-Online-Umfrage von 1.000 berufstätigen Personen in Österreich liefert erschreckende Ergebnisse (Details zu der Befragung finden Sie hier): Gemäß Umfrage fühlen sich 43% der Männer und 35% der Frauen durch Stress extrem belastet. Auffallend hierbei ist, dass dieses Empfinden mit steigendem Alter sinkt: So sind es bei den 18-34Jährigen 41%, bei  den 55-65Jährigen „nur“ noch 35%, welche diese Aussage teilen.

Laut der genannten Befragung sind die beiden Hauptauslöser von berufsbedingtem Stress Zeitdruck (31%) und Leistungsdruck (25%). Hinzu kommen negative Faktoren wie schlechtes Betriebsklima und Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. An letzter Stelle (5%) werden Überstunden genannt. Als Methoden zur Entspannung in Stressphasen, gelten vor allem Sport (28%), dicht gefolgt von Spazierengehen (26%). Viele der Befragten (12%) gaben an, sich bei der Hand- und Gartenarbeit oder beim Lesen und Yoga (11%) zu erholen. 6% der Personen suchen in stressigen Zeiten Entspannung durch TV und Internet (Schamall 2017; o.S.).

24/7 - ALLZEIT BEREIT

Laut einem Beitrag von Sigrid Schamall in derStandard, sind die Zahlen auch hierzulande besorgniserregend: Jeder vierte Österreicher ist in Gefahr, am Burnout-Syndrom zu erkranken. Insgesamt werden österreichweit ca. 220.000 Arbeitnehmer von psychischen Leiden geplagt, heißt es im genannten Artikel. Insbesondere männliche, junge Lehrer unterliegen vermehrtem Stress  (45%). Aber auch Handelsangestellte, Arbeitnehmer im Transportwesen und im Tourismusgewerbe weisen eine Stressbelastung von über 40% auf. Allerdings rührt die Dauerhetze oft aus dem Privatleben, wobei auch hier als Hauptfaktor Zeitdruck genannt wird. Haushalt, Familie und Beziehungsprobleme sorgen für weiteren Zündstoff. "Man nimmt den Stress häufig in beide Richtungen mit, vom Beruf ins Privatleben und umgekehrt", sagt die Allianz-Personalchefin Inge Schulz im genannten Beitrag (Schamall 2017; o.S.).

SYSTEM ERROR

Der Neurologe Wolfgang Lalouscheck bezeichnet Burnout als „normale Reaktion gesunder Menschen auf die Krankheit des Systems“. So müssen z. B. E-Mails rund um die Uhr beantwortet werden. Die Folge der permanenten „Maximalbelastung“ ist eine um ca. 70% verminderte Leistungsfähigkeit, so Univ. Prof. Dr. Lalouscheck. Er appelliert in diesem Zusammenhang an die Führungskräfte: „Wenn Menschen gut behandelt werden, dann sind sie auch leistungsbereit. Die Leistungsmöglichkeit ist eine rein organisationale Sache – und da liegt der blinde Fleck. Wenn Führungskräfte die Hälfte ihrer Zeit in sinnlosen Meetings hocken, dann ist das organisationale Leistungsvernichtung.“ (Bauer 2018; o.S.)

DAMIT IHR SYSTEM NICHT TOTAL VERSAGT…

Als Stresskiller eignen sich Bewegung im Freien, die Ausübung von Hobbies und dergleichen, wie eingangs bereits erwähnt. Auch sollte Schlafmangel tunlichst vermieden werden (lt. Studie achten nur 9% der Berufstätigen auf ausreichende Ruhezeiten). Auch für Unternehmen liefert der Neurologe Lalouscheck zahlreiche Anregungen. So ist seiner Ansicht nach z. B. das Schaffen entsprechender Rahmenbedingungen unumgänglich. Auch „Selbstführung“ ist nach Meinung von Lalouscheck ein zentraler Ansatzpunkt. „Der Weg zum Gestalter des eigenen Lebens, zum Gefühl, dass ich mein Leben bestimmen kann, ist einer der wesentlichsten Gesundheitsfaktoren. Es gibt für alles Führerscheine und Zertifikate, für den Umgang mit diesen Geräten nicht“, heißt es weiter in dem Beitrag (Bauer 2018; o.S.). Die Wünsche der Arbeitnehmer sind lt. einem Artikel in derStandard recht bescheiden: Genannt werden eine verbesserte Arbeitsorganisation, Führungskräfte-Trainings und anonyme Umfragen (Schamall 2017; o.S.).

Vermeiden Sie Dauerstress und beugen Sie Burnout vor, bevor es zu spät ist! Integrieren Sie genügend Verschnaufpausen in Ihren Alltag und brechen Sie öfter mal aus dem Hamsterrad aus. Ganz wichtig: Bitte scheuen Sie sich im Zweifelsfall nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen! Wie Sie wissen, ist chronische Erschöpfung ein ernstzunehmendes Alarmsignal und Burnout absolut keine Schande!

 

In diesem Sinne: Schauen Sie stets gut auf sich und achten Sie auf Ihre Bedürfnisse! 

Das wünschen sich und Ihnen,

Markus Feistritzer & Christoph Edenhauser

 

 

VERZEICHNIS UND WEITERFÜHRENDE INFORMATION:

Schamall, Sigrid: Jeder Vierte steuert auf Burnout zu, 2017, in: derStandard online

Bauer, Karin: Neurologe: "Können uns nur noch als Totalversager fühlen", 2018, in: derStandard online

 

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