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DAS ULTIMATIVE „MUST HAVE DER PERSÖNLICHKEIT“: ACHTSAMKEIT

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Leben und Fühlen im Hier und Jetzt, bei sich selbst ankommen – Aussagen wie diese hört oder liest man zurzeit beinahe täglich. Was früher eher graubärtigen Gurus und Esoterik-Interessierten vorbehalten war, ist mittlerweile scheinbar auch bei Managern, Hausfrauen und pubertierenden Teenagern angekommen. Es scheint, die Welt ist vom Achtsamkeitshype infiziert. Was aber verbirgt sich hinter dem Mythos Achtsamkeit tatsächlich? Lässt sich mit Hilfe von bewusster Wahrnehmung und Meditation absolute Entspannung und Entschleunigung erreichen?  Mehr dazu lesen Sie heute.

ENTSCHLEUNIGUNG BEGINNT IM OBERSTÜBCHEN

Der Begriff der Achtsamkeit ist in aller Munde. Bei der Frage, was genau man sich darunter vorstellen kann, kommen Manche aber ins Stottern. Das vordergründige Ziel von Achtsamkeit ist, dem Moment mehr Aufmerksamkeit zu schenken – und das fängt in unseren Köpfen an. Wenn es gelingt, das innere Gedankenkarusell zum Stillstand zu bringen, den Autopiloten zu deaktivieren und die ständigen Vergleiche mit anderen zu beenden,  kann dies zu mehr Gelassenheit führen, sagt der Berliner Achtsamkeitstrainer Günter Hudasch (Schormann 2015: o.S.).

ACHTSAMKEIT VS. MULTITASKING

Der moderne Alltag fordert oft (zu)viel von uns bzw. unserem Gehirn: Alles soll möglichst schnell und am besten parallel erledigt werden. Gerade im Berufsalltag werden mehrere Dinge gleichzeitig in Angriff genommen: Mit dem Telefonhörer am Ohr eine Präsentation ausarbeiten, zeitgleich E-mails checken und zwischendurch im Internet surfen  – wer kennt das nicht? "Tatsächlich strengt uns dieses Hin- und Herschalten enorm an - wir vergeuden Energie", ist der Psychologe Dirk Windemuth überzeugt. Dies führt zu Überforderung, Stress und Fehlern, die korrigiert werden müssen – und die man im Falle einer konzentrierten, aufeinanderfolgenden Erledigung der Aufgaben nicht gemacht hätte (Schormann 2015: o.S.).

WIRTSCHAFTS- UND GESUNDHEITSFAKTOR ACHTSAMKEIT

Achtsamkeitsseminare und –meditationen boomen. In Deutschland gibt es aktuell (Stand März 2018) acht MBSR-Ausbildungsinstitute (MBSR steht für mindfulness-based stress reduction) und ca. 1.000 Achtsamkeitslehrer, so Günter Hudasch, Vorsitzender des zugehörigen Berufsverbandes. Auch Konzerne wie SAP bieten mittlerweile von der Krankenkasse bezuschusste Achtsamkeitskurse für ihre MitarbeiterInnen an. Laut diversen Studien hilft MBSR bei konsequenter Übung, die Stresshormone im Körper zu senken. Meditation scheint auch Blutdruck, Blutzucker und Körpergewicht positiv zu beeinflussen. Studien lassen des Weiteren annehmen, dass Angstzustände und Depressionssymptome durch Achtsamkeitsübungen gelindert werden können. Auch unser Gehirn profitiert wohl von Meditation: „Hirnareale, die für Aufmerksamkeit, die Regulation von Emotionen, das Gedächtnis und die die Körperwahrnehmung zuständig sind, scheinen bei Übenden größer zu werden“ (Klein 2018: o.S.).

TIPPS FÜR MEHR ACHTSAMKEIT

Laufen Sie – beruflich und privat – andauernd auf Hochtouren? Kreisen Ihre Gedanken ständig um elendslange „To-Do-Listen“? Sind Sie permanent gereizt? Fällt es Ihnen schwer, abzuschalten? Dann gehören Sie womöglich zu jener Menschengruppe, der es an der nötigen Portion Achtsamkeit mangelt! Mehr Gelassenheit versprechen die nachfolgenden 5 Tipps, die sich mit regelmäßiger Übung gut in den Alltag integrieren lassen (weitere Infos finden Sie hier):

  1. Nach dem Aufstehen

Anstelle sich bereits bei der morgendlichen Körperpflege Gedanken über den Tagesablauf zu machen, nehmen Sie jedes winzige Detail des Moments wahr. Achten Sie z. B. unter der  Dusche bewusst auf das Plätschergeräusch des Wassers, beobachten Sie, wie die Tropfen auf Ihrer Haut abperlen etc. Beginnen Sie den Tag mit allen Sinnen!

  1. Auf dem Weg zur Arbeit

Beobachten Sie z. B. die anderen Fahrgäste im Bus. Was machen Ihre Mitmenschen, wie verhalten sie sich? Nehmen Sie die verschiedenen Gerüche und Geräusche bewusst wahr. Achtung: Bitte nicht bewerten - nur beobachten!

  1. Im Büro

Erforschen Sie Ihren Arbeitsplatz genauer, betrachten Sie z. B. eine Büroklammer aus der Nähe. Spüren Sie, wie sich die Blätter des Notizblocks anfühlen etc.

  1. Beim Essen

Konzentrieren Sie sich auf den Geschmack, den Geruch und die Konsistenz der Speisen. Fühlen Sie, wie Ihr Speichel fließt und wie beispielweise die Schokolade buchstäblich auf der Zunge zergeht.

  1. Zwischendurch

Aufstehen, unüberlegt durch den Raum schlendern, gedankenverloren auf einer Wiese wandern – egal ob vorwärts oder rückwärts, ob große oder kleine Schritte – folgen Sie Ihren Impulsen!

EBENFALLS EINEN VERSUCH WERT: ANTI-TRAINING

Hören Sie ausnahmsweise einen Radiosender, der Musik spielt, die Sie nicht mögen. Lauschen Sie auf die einzelnen Töne der Lieder, nehmen Sie die verschiedenen Instrumente wahr. "Vor allem in unangenehmen Momenten achtsam zu sein, das stärkt die Psyche", ist der Psychiater Michael Huppertz überzeugt. „Wer etwa im Feierabendstau ärgerliche Gedanken loslassen kann, schützt sein Gemüt“ (Hauschild 2013: o.S).

Momente bewusst erleben, auf die innere Gefühlslage horchen und auch negative Gedanken zulassen, dies scheint eine Wohltat für die Psyche zu sein. Wir wünschen Ihnen, dass Sie das Geheimnis der Achtsamkeit – nämlich wahrnehmen und loslassen – erkennen und es Ihnen gelingen möge, unangenehme Emotionen wie eine Wolke vorbeiziehen zu lassen!

In diesem Sinne, starten Sie in eine angenehme Woche voller achtsamer Augenblicke,

Markus Feistritzer & Christoph Edenhauser

 

 

VERZEICHNIS UND WEITERFÜHRENDE INFORMATION:

Schormann, Tobias: Entspannt im Hier und Jetzt, 2015, in: Spiegel online

Klein, Mechthild: Hör mir auf mit Achtsamkeit!, 2018, in:  Zeit online

Hauschild, Jana: Beobachten, fühlen, entschleunigen, 2013, in: Spiegel online

 

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