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Der Ursprung von New Work

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Die Zukunft der Arbeit ist ein großes Thema für alle Arbeitnehmer. In der Ideenschmiede des amerikanischen Philosophen Fritjof Bergmann ist das Konzept der „New Work“ entstanden. Seither hat sich diese Idee durch Digitalisierung und andere Rahmenbedingungen immer weiterentwickelt. Lesen Sie heute die Ursprungsgedanken zu „New Work“ und erfahren Sie mit welchen Experimenten Bergmann sein Konzept untersucht.

Das New Work Konzept wurde 1980 von Bergmann entwickelt auf Basis seiner Forderung, das Lohnarbeitssystem maßgeblich zu reduzieren. Laut seiner Ansicht werden dadurch Menschen „versklavt“ und in Jobs getrieben, die nicht wirklich erfüllend sind. Bergmann´s Konzept basiert auf 3 Säulen (Väth 2016: 57ff.):

  • Kapitalismuskritik: Die Lohnarbeit versetzt den Arbeitnehmer in eine Abhängigkeit – sowohl auf psychologische als auch auf finanzielle Art. Die daraus resultierende Angst verhindert oftmals den angenehmen Bezug zu einer gern durchgeführten Tätigkeit, die auch Erfüllung bringt. Die Leistungsoptimierung bringt den Mensch auch dazu, seine Freizeit zu opfern und auf Kosten der Gesundheit Leistungssteigerung zu erzielen (Väth 2016: 61).
  • Hightech-Selbstversorgung: Die Befähigung, sich auf hohem technischen Niveau selbst zu versorgen. Dieses Konzept gestaltete Bergmann mit Obdachlosen. Er entwickelte Programme die Obdachlosen ermöglichten, Fertigteilhäuser zu bauen sowie Obst und Gemüse anzubauen. Er ist davon überzeugt, dass „intelligent genutzte Technologie, Mensch viel unabhängiger macht“ (Martens 1994: o.S.).
  • Konzept der Berufung (Calling): Hierbei sollten reife Organisationen bewirken, dass  Menschen die Fragen nach deren Können, Sinnstiftung, größten Nutzen, Weiterentwicklung und Co. innerhalb ihrer betrieblichen Rahmenbedingungen einfach beantworten können und Erfahrungen sammeln können (Väth 2016: 138).

Diese teils radikalen Forderungen sind auch heute weitgehend unversucht. Zu groß sind die Angst und das Risiko. So versuchte Bergmann bspw. Mitte der 80er Jahre seine Ideen in einer Kleinstadt in Michigan umzusetzen, wo durch Motorisierung eine hohe Entlassungsrate zu erwarten war. Bergmann schlug vor, die Arbeitszeit zu halbieren und den Beschäftigten  anzubieten, in der anderen Hälfte der Zeit für 6 Monate ein Studium zu absolvieren oder ihnen den Ausbau ihrer Hobbies zu ermöglichen. Jedoch war dieser Schritt für einen ganzheitlichen Ansatz zu risikoreich. Nur einige Einzelne wurden durch diesen Vorschlag inspiriert und gründeten z.B. ein Yogastudio (Martens 1994: o.S.).

Nichtsdestotrotz werden von zahlreichen Unternehmen kleine Schritte in Richtung „New Work“ innerhalb der Arbeitsbedingungen und Unternehmenskulturen umgesetzt. Mehr Selbstbestimmung bis hin zu modernen Schlagwörtern wie „Work Life Blending“ prägen derzeit die Mitarbeiter und deren Arbeitsalltag. Auch in Österreich hält diese Entwicklung unserer Erfahrung nach langsam, aber doch, Einzug. Je nach Unternehmensstruktur und –kultur werden nach und nach moderne Arbeitskonzepte eingeführt, erprobt und weiterentwickelt. Wobei innovative neue Firmen mit junger Belegschaft, einfacher von sich aus die nötigen Rahmenbedingungen für New Work schaffen. In traditionellen Familienunternehmen ist es bedeutend schwieriger, solche modernen Konzepte einzuführen (Führungsdenke bzw. Belegschaftswiderstand). Teilweise werden Unternehmen aber auch durch den Fachkräftemangel mehr oder minder „gezwungen“, umzudenken und die Rahmenbedingungen der Arbeit zu ändern.

„New Work soll Menschen erlauben, wenigstens zeitweise etwas zu tun, was sie leidenschaftlich gern wollen und an das sie wirklich glauben.“ -  Bergmann

 

Wir verabschieden uns mit dem Wunsch, dass sie sich in genau dieser glücklichen Lage befinden,

Christoph Edenhauser & Markus Feistritzer

 

 

Verzeichnis und weiterführende Informationen:

Väth, Markus: Arbeit die schönste Nebensache der Welt – Wie New Work unsere Arbeitswelt revolutioniert, Offenbach, 2016

Martens, Erika: Zeit für die dritte Revolution, 1994, in: Zeit online – den ganzen Artikel finden Sie unter diesem Link.

 

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