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DIE WELT MIT DEN AUGEN DER KREATIVEN SEHEN

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Kreative leben länger!? Inwiefern überdurchschnittliche Aufgeschlossenheit tatsächlich der Garant für ein langes, glückliches Leben ist, sei dahingestellt. Dass weltoffene Menschen jedoch unkonventioneller denken, oftmals innovative Lösungen kreieren und insgesamt über eine differenzierte Wahrnehmung verfügen, scheint allgemein bekannt. In welchen Situationen „Klappe halten“ ratsam ist, mit verblüffenden Experimenten und mit interessanten Überlegungen zu dem Persönlichkeitsmerkmal „Weltoffenheit“, melden wir uns heute aus der Sommerpause zurück.

WELTOFFENHEIT DURCH DIFFERENZIERTE WAHRNEHMUNG

Offene Menschen gelten als kreativ, kulturbegeistert und wissbegierig. Laut einem aktuellen Beitrag haben sie einen unterschiedlichen Filter des Bewusstseins, der Unwichtiges und gegensätzliche Gefühle eher zulässt. Weltoffene, fantasievolle Menschen sehen die Welt wohl tatsächlich anders. „Selbst für die alltäglichsten Gegenstände fällt offenen Menschen mehr als das Naheliegende ein“. Denken Sie zum Beispiel bei einem Ziegelstein daran, dass er zerschlagen und zu Farbe verarbeitet werden kann? (Döngens 2017: o.S.)

Diverse Experimente und Studien lassen darauf schließen, dass Wissen von Manchen nicht effektiv geordnet wird und dass das visuelle System bei offenen Menschen abweichend arbeitet. Weltoffene neigen weniger zu „blind spots“, durch welche die Umwelt auf das Nötigste beschränkt wird. Des Weiteren scheint der Botenstoff Dopamin bei der Einordnung von Informationen eine bedeutende Rolle zu spielen (Döngens 2017: o.S.).

ALLES REINE ANSICHTSSACHE

Die Dinge lassen sich entweder so oder so sehen. Offenen Persönlichkeiten gelingt sogar eine Betrachtung über beide Sichtweisen! In diesem Zusammenhang hat eine Studie das folgende Beispiel angeführt: Wenn unser linkes Auge z. B. ein grünes Quadrat und das rechte ein rotes Viereck sieht, mangelt es dem Gehirn an den passenden Verarbeitungsmechanismen und schaltet folglich zwischen beiden Bildern hin und her. Besonders weltoffene Menschen hingegen, sehen öfter ein rot-grünes Mischbild, fanden Forscher an der University of Melbourne heraus (Döngens 2017: o.S.). 

WANN DARF MAN „SEIN HERZ AUF DER ZUNGE TRAGEN“?

Natürlich gibt es gesellschaftliche Grenzen für Offenheit - z.B. unsere geliebten "Notlügen", um andere nicht zu verletzen. Es spricht selbstverständlich auch nichts dagegen, sich bei seinen engsten Vertrauten „auszuheulen“ und ihnen seine Sorgen und Ängste anzuvertrauen. In manchen Situationen aber mag es sinnvoll sein, Unterhaltungen beim „small-talk“ zu belassen und mit dem Gegenüber nur oberflächliche Themen anzuschneiden. „Von der Offenheit zur Offenbarung ist es nur ein Atemzug. Wer sich jemand anderem anvertraut, gibt etwas von sich preis, zeigt sich verletzlich und macht sich verletzbar. (…) In einer Welt, die schnell geworden ist und in vielen Bereichen oberflächlich bleibt, kann das sogar ein Risiko sein. Denn wo die privaten Geheimnisse an den falschen Menschen geraten, kann Ihnen Ihr Vertrauen schnell wie ein Boomerang das Genick brechen“, heißt es in einem Beitrag von Lea-Patricia Kurz.

Wem erzähle ich was? Um Ihnen diese Entscheidung zu erleichtern, finden Sie nachfolgend ein paar grundlegende Empfehlungen hierzu (den vollständigen Artikel finden Sie hier):

Partner

Die meisten Menschen wollen sich dem Partner voll und ganz offenbaren. Die Gefahr hierbei ist, dass die Partnerschaft rasch prognostizierbar wird und folglich schnell an Spannung verliert.

Freunde

Bedenken Sie, dass viele Freundschaften sich nach einer gewissen Zeit auflösen. Es empfiehlt sich daher, „ernste Geheimnisse“ nur langjährigen Freunden anzuvertrauen.

Familie

Ob Sie Eheprobleme oder berufliche Schwierigkeiten mit Ihren Eltern besprechen, bleibt Ihnen überlassen. Ihrer eigenen Familie allerdings sind Sie in gewissen Belangen eine ehrliche Antwort schuldig.

Kollegen

Hier lautet die Empfehlung, Berufliches und Privates voneinander zu trennen. Besprechen Sie private Probleme bitte nicht im Großraumbüro! Falls Sie sich überfordert fühlen, behalten Sie dies am besten für sich – Sie riskieren eventuell, dass man Sie als „nicht belastbar“ abstempelt.

 

Eine kreative Woche mit viel Offenheit wünschen,

Markus Feistritzer & Christoph Edenhauser

 

 

VERZEICHNIS UND WEITERFÜHRENDE INFORMATION:

Details zur differenzierten Wahrnehmung weltoffener Menschen finden Sie hier (der Original-Text von Smilie, Luke: Openness to Experience: The Gates of the Mind, 2017, ist zu finden in: Scientific American Online).

 

Döngens, Jan: Kreative sehen die Dinge anders, 2017, in: Spektrum Online

 

Vom der Balance der Offenheit berichtet Lea-Patricia Kurz in: Zeit Online

 

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