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FÜHRE MICH NICHT IN VERSUCHUNG…

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Bereits als Kind haben wir gelernt, sich durch Warten, Disziplin und Willensstärke eine Belohnung zu sichern. Wird es aber im Laufe des (modernen) Alltags zunehmend schwieriger, den Verlockungen zu widerstehen? Beschäftigen wir uns ständig mit unseren (negativen) Gefühlen und gehört das permanente Grübeln über unsere Befindlichkeiten mittlerweile zum guten Ton? Mit dem sogenannten Marshmallow-Effekt und interessanten Denkanstößen, warum „Klappe halten“ manchmal durchaus rat- und heilsam sein kann, beschäftigen wir uns im heutigen Beitrag! 

Der Marshmallow Test - Das wohl bekannteste psychologische Experiment der Sechziger Jahre

Zögern oder Zugreifen – darum geht es bei dem berühmten Marshmallow-Effekt: vierjährigen Kindern wird ein Marshmallow vorgesetzt, um diesen a) sofort zu verspeisen oder b) einige Minuten zu warten und dafür eine zweite Süßigkeit zu bekommen. Einige Menschen üben sich bereits im Vorschulalter erfolgreich in Selbstdisziplin. Ob einem „Selbstkontrolle“ quasi in die Wiege gelegt ist, mit dem Durchhalten bzw. Nein-Sagen und mehr beschäftigt sich Mischel in seinem Buch "Der Marshmallwo-Effekt" (Mischel 2015: o.S.).

Ameise oder Heuschrecke? Wenn der Instinkt versagt…

Anhand von Beispielen aus der Tierwelt zeigt der amerikanische Persönlichkeitspsychologe Mischel entsprechende Fakten auf: Während die Ameise vorausschauend Nahrungsvorräte anlegt, agieren Heuschrecken ausschweifend. Menschen tendieren aufgrund entsprechender Abwehrmechanismen dazu, Ängste auszublenden (Stichwort „rosarote Brille“). Laut Mischel gehen Mensch folglich "weiterhin alle möglichen Risiken ein – etwa allzu viel zu essen oder exzessiv zu rauchen und zu trinken, wobei sie die langfristigen Folgen ignorieren, die weit in der Zukunft liegen, die obendrein ungewiss sind und leicht abgetan werden können" (Mischel 2015: o.S.).

Reden ist Silber – Schweigen ist Gold

So lautet ein altes Sprichwort. Doch die ständige Auseinandersetzung mit den eigenen negativen Gefühlen und das uneingeschränkte Reden ist wohl nicht immer hilfreich. Diesen Standpunkt vertritt auch der Kölner Psychiater Manfred  Lütz: „Wenn [ein Depressiver] auch noch eine Dreiviertelstunde das Elend seines Lebens erzählen soll, dann geht es ihm danach mutmaßlich nicht besser, sondern jetzt geht es ihm erst richtig schlecht". Auch Studien belegen: Wer ständig den erlittenen emotionalen Schmerz durchzuarbeiten versucht, wird später eher depressiv, so heißt es im „Journal of Abnormal Psychology“ (Simmank 2018: o.S.).

Hätte – Täte – Wäre

Bei der letzten Verhandlung haben Sie den Kürzeren gezogen? Sie konnten einfach nicht die richtigen Argumente finden und der Mitbewerber erhielt letztendlich den Zuschlag? Was habe ich bloß in meiner kürzlich geendeten Beziehung falsch gemacht? Wie hätte ich das Dilemma vermeiden können? Schwamm drüber! Anstelle sich in Selbstmitleid zu suhlen, alles Gewesene wieder und wieder zu hinterfragen und sich permanent mit selbstzerstörerischen Gedanken zu quälen, konzentrieren Sie sich bitte auf die schönen Dinge im Leben! Gehen Sie zum Beispiel vermehrt Ihren Hobbies nach und freuen sich über kleine Dinge.

Und: Wir sind überzeugt, dass Sie Ihre eigenen Stärken gut kennen. Ansonsten hätten Sie so manch Krise wohl nicht so gut gemeistert, stimmt´s?

 

In diesem Sinne wünschen wir einen guten Start in die vielversprechende neue Woche,

Markus Feistritzer & Christoph Edenhauser

 

 

VERZEICHNIS UND WEITERFÜHRENDE INFORMATION:

Simmank, Jakob: Einfach mal die Klappe halten, 2018, in: Zeit online

Mischel, Walter: Der Marshmallow Effekt, München, 2015

 

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