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Lesen, was das Zeug hält

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Schnell und effizient möglichst viele Informationen verarbeiten und erfassen, davon träumt doch jeder. Was nach viel Zeit und viel Arbeit klingt, soll nun doch ganz einfach und effizient sein:  „Speed Reading“ - diese Technik verspricht Lesen im Turbo-Modus, ohne dass das Textverständnis darunter leidet. Was eine Schnelllesetechnik tatsächlich bringt und wie Sie selbst zum „Speed Reader“ werden, erfahren Sie im heutigen Blogbeitrag! Bitte flott weiterlesen … 

Ein Buch in einer Stunde Speed Reading macht´s möglich!? 

Mittels einer speziellen Lesetechnik soll sich durchschnittliche Fachliteratur wesentlich schneller lesen lassen. Es ist möglich, den Lesestoff in der halben Zeit zu durchforsten und dabei einen Großteil der Fakten (ca. 80%) zu behalten, heißt es in einem Beitrag auf Spiegel Online. Das klingt für gestresste Manager, überlastete Angestellte, beschäftigte Redakteure und eifrige Studenten gleichermaßen verlockend. Kein Wunder, dass Schnelllese-Seminare boomen! Die Autorin des Spiegel-Artikels, Frau Gunthild Kupitz, hat einen Selbstversuch gestartet und diverse Techniken ausprobiert: beim „Scanning“ wird der Text zum Beispiel (mittels einer bunten Linie) nach den wichtigsten Punkten abgesucht, „Skimming“ konzentriert sich auf das zeilenweise visuelle Erfassen  eines Textes. Die von der Autorin getesteten Lesetechniken liefern teils verblüffende Ergebnisse. So konnte während eines Seminars eine Verbesserung von 264 Wörter pro Minute (WpM) auf 496 WpM erzielt werden und der Inhalt wurde von anfangs nur 60%, am Ende zu 85% erfasst (Kuptiz 2013: o.S.).  

Welche Lesegeschwindigkeit gilt als normal? 

Das durchschnittliche Tempo eines „Otto-Normal-Lesers“ liegt zwischen 100 und gut 400 Wörtern pro Minute (abhängig vom Inhalt des Textes). Glaubt man den Anbietern von entsprechenden Speed-Reading-Veranstaltungen (Dauer meist 2- 3 Tage, Kostenpunkt ab ca. EUR 250,00), kann die Geschwindigkeit für leichte bis mittelschwere Texte auf 600 – 1.000 Wörter pro Minute gesteigert werden – regelmäßiges Training vorausgesetzt. Denn beim Schnelllesen kommt es vor allem auf flinke Augenbewegungen an, d.h. es werden weniger Fixierungen gemacht und es können mehr Wortgruppen erfasst werden. Mithilfe von Linien, mitgeführten Stiften und dgl. werden entsprechende Bewegungsreize gesetzt und das Sichtfeld beim Lesen wird größer. Mit etwas Übung verändern sich die (zeitraubenden) Gewohnheiten der Augen, was in "Schnelllese"-Seminaren gelehrt wird. Im weiteren Schritt wird versucht, das Verständnis zur Erfassung des Textes zu verbessern (Groll 2012: o.S.). 

2 wesentliche Empfehlungen für angehende Turbo-Leser  

  1. Übung macht den Meister! Wer Schnelllesen nicht regelmäßig trainiert, wird rasch mit einer sinkenden sogenannten Effective Reading Rate (kurz ERR: setzt Tempo und Verständnis in Beziehung) rechnen müssen (Details siehe Kupitz 2013: o.S.).
  2. Beim Lesen die Klappe halten! Nicht nur Kinder kennen den gut gemeinten Leitsatz: „Nicht schneller lesen, als man sprechen kann!“ Dass dieser Rat für das Schnelllesen nicht gerade förderlich ist, muss nicht eigens erwähnt werden. Neuesten Gehirnforschungen zufolge, kann unser Gehirn problemlos mehr als 10.000 Wörter/Min. aufnehmen – und so schnell sprechen kann wohl niemand (Backwinkel et al. 2009: S.24). 

Wussten Sie, dass...

  • es sogar eine „Deutsche Gesellschaft für Schnell-Lesen“ gibt? Für Details finden Sie auf der offiziellen DGfSL-Seite! 

  • ein Amerikaner (Sean Adam) mit 3.850 Wörtern/pro Min. den Weltrekord im Schnell-Lesen hält (und das bei komplettem Textverständnis!)? (Kuptiz 2013: o.S.) 

Dass Ihnen durch verbesserte Lesefähigkeiten und konsequentes Training (Stichwort: Use it or loose it!) mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben verbleibt, das wünschen herzlichst, 

Markus Feistritzer & Christoph Edenhauser 

 

 

Verzeichnis und weiterführende Information: 

Kupitz, Gunthild: Im Trainingslager für Turbo-Leser, 2013, in: Spiegel Online 

Groll, Tina: Ein Buch in einer Stunde, 2012, in: Zeit Online 

Backwinkel, Holger, Sturtz, Peter: Schneller Lesen, o.O., 2009 

 

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