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Wie digital ist unsere Bildung?

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Digital Natives sind rund um die Uhr online und es scheint manche wechseln ihre High-Tech-Geräte wie frühere Generationen die Unterwäsche. Doch hat diese Entwicklung auch schon Einzug in unsere Bildungsanstalten gehalten? Was Lehrer davon halten und wo eindeutig noch Potential zur "Digitalisierung" vorhanden ist, lesen Sie heute in unserem Blogartikel. 

Wer Digitalisierung nebensächlich nennt, hat wohl einiges verpennt …  

Marktzugang, erhöhte Nachfrage und Vernetzung von diversen Wirtschaftsbereichen das sind lt. dem Monitoring-Report 2016 die gravierendsten Wettbewerbsvorteile der Digitalisierung. Zu den massivsten Schwächen zählen der resultierende Fachkräftemangel, schlechte Netzinfrastruktur und schleppende Anpassung der Rahmenbedingungen. Die bestehenden Stärken könnten durch eine Fokussierung der Förderung auf innovative Anwendungsbereiche, wie beispielsweise dem Internet der Dinge und von Smart Services ausgebaut werden. In zweiter Linie sind die Chancenbereiche Robotik und Sensorik und Big Data zu fördern“, heißt es im Monitoring-Report (BMWi 2016: 7). 

Eingebildet, aber ungebildet. Wie bewandert sind unsere Schüler wirklich!? 

Die Digitalisierung ist mittlerweile wohl in fast jedem unserer Lebensbereiche angekommen. Lt. einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung scheint unser Bildungssystem noch wenig Fokus auf „Digitale Bildung“ zu legen:  An den Schulen sind sich Lehrer und Schulleiter zwar einig (70%), dass digitale Medien die Bildungseinrichtungen attraktiver machen – der pädagogische Vorteil wird aber skeptisch beäugt. Denn weniger als jeder vierte Lehrer ist davon überzeugt, dass die neuen Medien zur Verbesserung der Lernergebnisse der Schüler beitragen. Bei den Schülern hingegen wünschen sich 80% einen vermehrten Einsatz digitaler Medien und meinen, dass sie durch Lernvideos, Internet etc. aufmerksamer seien. Die Wirklichkeit zeigt folgendes Bild: Obwohl die technische Ausstattung an den Schulen zu wünschen übrig lässt, verbieten 62% der Schulen den Jugendlichen, private Geräte (Handys, Laptop etc.) zu verwenden. Kanäle wie YouTube kommen im Unterricht kaum zum Einsatz (weitere Informationen finden Sie hier).  

"Digitale Medien können dabei helfen, pädagogische Herausforderungen wie Inklusion, Ganztag oder die Förderung lernschwacher Schüler zu bewältigen“, so Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Die meisten Lehrer (81%) und ein Großteil der Schulleiter (88%) nennen besseres Bewältigen der administrativen Aufgaben als Hauptvorteil der Digitalisierung an den Schulen, laut Studie. Nur 15 % der Lehrer nutzen digitale Medien vielseitig (37% manchmal, 48% wenig). 65% der Lehrkräfte sind der Meinung, dass digitale Medien die Arbeit mit guten Schülern leichter macht. Hingegen sind nur 40% überzeugt, dass digitale Medien einen ähnlichen Erfolg bei der Förderung von leistungsschwachen Schülern haben. Um "Digitale Bildung" zu erreichen, sei - lt. Experten der Bertelsmann-Stiftung - ein besonderes Augenmerk zu legen auf (Bertelsmann 2017: o.S.): 

1) Gute technische Ausstattung in Schulen  

74% der Lehrer klagen über unzuverlässige Technik (z. B. schlechtes Wlan), 62% der Befragten vermissen einen professionellen IT-Support an ihren Schulen. 

2) Digital kompetente Lehrkräfte  

Digitale Aus- und Weiterbildung muss im Lehramtsstudium zum Pflichtprogramm werden. 

3) Gutes digitales Lernmaterial  

Mehr Transparenz über die Qualität digitaler Unterlagen ist gefordert. 

Auswege aus dem Dilemma 

Lt. dem eingangs erwähnten Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL aus dem Jahre 2016, sind Regierung, Unternehmen, Schulen und Ausbildungsstätten sowie die Politik gleichermaßen gefordert. Beispiele für dringende Handlungsempfehlungen finden Sie nachfolgend (mehr Details unter diesem Link): 

  • Ausbildung: Digitale Kompetenzen sollen frühzeitig vermittelt werden und Informatik ist als attraktives Pflichtfach in den Schulalltag zu integrieren. Es fehlt ein grundsätzliches Bewusstsein über den Wert der Immaterialität und über den Datenschutz. Den Schulen mangelt es an kompetenten Lehrern und digitalen Ressourcen“, heißt es unter anderem in dem genannten Report. Um dem Fachkräftemangel im IT-Sektor entgegenzuwirken, wird auf den Ausbau des Konzepts deutsches duales Studium gedrängt und es gilt, die Kooperation zwischen Hochschulen und Unternehmen zu intensivieren. 

  • Weiterbildung: Allen Mitarbeitern (insbesondere auch weiblichen Arbeitnehmern!), sollte Zugang zu einer angemessenen digitalen Weiterbildung ermöglicht werden. Entsprechende Möglichkeiten des smarten und agilen Lernens sollten für verschiedenste Gruppen, auch für das Top-Management und Entscheidungsträger, angeboten werden usw. 

  • Sensibilisierung der Bürger: Digitalisierungsthemen sollen publik gemacht werden (öffentliche Informationskampagnen zum Thema Datensicherheit etc.) 

„Informatik sollte als berufliche und persönliche Chance sowie als lebenslanges Lernen verstanden werden“, heißt es im Monitoring Report weiter.  

In diesem Sinne,  

Markus Feistritzer & Christoph Edenhauser 

 

 

Verzeichnis und weiterführende Information: 

BMWi (Hrsg.): Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL 2016, Berlin, 2016(für den kompletten Report klicken Sie bitte hier) 

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Digitalisierung an Schulen: Der Geist ist willig, das WLAN ist schwach, online, 2017 (Details hierzu finden Sie unter folgendem Link) 

 

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